Spinnenweben [Gedicht]
by Stefanie KlawitterNetze, Netze, weben, weben
immer weiter vorwärts streben
Netze, Netze, weben, weben
nur beim Spinnen kann ich leben.
Fäden, fein wie Silberseide
netzend übers Haus gespannt
auch der Brunnen, auch die Heide
eingewebt nach Meisterhand.
In den Ecken, aus den Ecken
windet sich das Spinngeflecht
Haus und Garten zu bedecken
das »Darunter« schläft gerecht.
Netze, Netze, weben, weben
immer weiter vorwärts streben
Netze, Netze, weben, weben
nur beim Spinnen kann ich leben.
Tage, Wochen, Jahre schwinden
und ich webe immerfort
immer weit’re Fäden winden
sich um den verwunsch’nen Ort.
Niemand kommt mehr um zu sehen,
was hier hinter diesen Mauern
mit den Menschen einst geschehen –
nur die Weben überdauern.
Netze, Netze, weben, weben
immer weiter vorwärts streben
Netze, Netze, weben, weben
nur vom Blute kann ich leben.
29.08.2021
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